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Blut im Stuhl

Das tägliche „Geschäft“ wird von Gesunden nur selten begutachtet. Zumeist wird es noch vor dem ersten Blick bereits davongespühlt. Nur bei Bauchbeschwerden wie Schmerzen, Durchfall, Blähungen und allgemeinem Krankheitsgefühl wird der Stuhl tatsächlich betrachtet. Blut im Stuhl kann in verschiedenen Formen auftreten und von frischen Blutauflagerungen über schwarzen Stuhl bis hin zu einer ganz normalen Stuhlfarbe reichen und dementsprechend verschiedene Ursachen haben.

Normalerweise reicht die Stuhlfarbe von hellbraun bis dunkelbraun und kann bis zu 300g wiegen. Die Farbe wird hauptsächlich durch den Stoff Sterkobilin gebildet, das aus dem Gallenfarbstoff entsteht. Wenn der Stuhlgang seine Farbe verändert, muss es nicht immer eine Krankheit als Ursache haben. Nahrungsmittel oder Medikamente können die Stuhlfarbe ebenfalls verändern. Grünes Gemüse, Spinat oder Salat können den Stuhl beispielsweise grünlich verfärben. Rote Beete oder Heidelbeeren hingegen können zu rötlichen Stühlen führen. Gelbliche Stühle entstehen durch stärkehaltige Nahrungsmittel, Milch oder Eier und braunschwarzer Stuhl kann durch viel Fleisch oder Rotwein verursacht werden. Kohle- oder Eisenpräparate können hingegen den Stuhl schwarz verfärben. 

Hingegen echtes Blut im Stuhl durch Medikamente kann durch Antibiotika entstehen. Dabei wird die natürliche Darmflora durch das Antibiotikum zerstört, wodurch sich schädliche Bakterien (Clostridien) ansiedeln, Gifte produzieren und die Darmwand schädigen (pseudomembranöse Kolitis). Als Folge entstehen starke Bauchschmerzen, Durchfälle und Blutbeimengungen im Stuhl mit Schleimbeimengungen. In diesem Fall sollte der Arzt aufgesucht werden, um das Antibiotikum zu wechseln, damit diese Bakterien zurückgedrängt werden. Außerdem empfiehlt es sich viel zu trinken und Joghurt zu essen, um die Darmflora zu stabilisieren.

Wie schon ober erwähnt, heißt „Blut im Stuhl“ nicht immer frisches Blut. Bei Blutungen des oberen Verdauungstraktes, also in der Speiseröhre oder Dünndarm kann es zu einem sogenannten „Teerstuhl“ kommen. Dabei wird der Blutfarbstoff, der mit dem Blut in die Speiseröhre/in den Magen austritt durch die Magensäure so verändert, dass das Blut nicht mehr rot sondern schwarz und klebrig wird. Meist stinkt der Stuhl dabei auch stark nach Blut oder hat zumindest einen metallischen Geruch. Ursache dafür können Magengeschwüre  sein, die dann jedoch auch Oberbauchschmerzen (typischerweise direkt unter dem Brustbein) verursachen. Die Schmerzen treten vor allem nach dem Essen auf. Sollte diese Verdachtsdiagnose bestehen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Magengeschwüre können bis zum Magendurchbruch führen, der wiederum auch tödlich enden kann. Man sollte eine Magenspiegelung durchführen um zu sehen, ob tatsächlich ein Magengeschwür vorliegt und welche Ursache dieses Magengeschwür hat (beispielsweise das Bakterium Helicobacter pylori). Schließlich kann der Arzt dann Medikamente verordnen, die das Magengeschwür abheilen lassen und/oder die Bakterien abtötet.

Teerstuhl kann ebenfalls bei Krampfadern der Speiseröhre  auftreten, wenn diese platzen und dann bluten. Dabei ist die häufigste Ursache dieser Krampfadern eine Veränderung der Leber. Dadurch staut sich das Blut davor und wird durch andere Kreisläufe, wie beispielsweise der Speiseröhre, abgeleitet. Dabei sacken die Gefäße bei der zu starken Beanspruchung aus und es entstehen Krampfadern. Auch hier sollte der Arzt aufgesucht werden, um eine Magenspiegelung durchzuführen. Dieser kann die Krampfadern gegebenenfalls verschließen und damit die Blutung stoppen. Prinzipiell können demnach auch blutende Verletzungen der Speiseröhre  oder Magenkrebs zu Teerstuhl führen, die ebenso einen Arztbesuch notwendig machen.

Zur frischen, hellen Blutablagerungen im Stuhl kommt es durch Prozesse im „unteren gastrointestinalen Bereich“, also vor allem im Dick- oder Enddarm. Sollte tatsächlich frisches Blut im Stuhl sein, sollte man den Arzt aufsuchen. In diesem Fall ist zunächst eine rektale Untersuchung notwendig, um tatsächlich eine Blutung nachzuweisen. Schließlich sollte bei verstärktem Verdacht eine Darmspiegelung durchgeführt werden. Häufige Ursachen für frisches Blut zusammen mit Schmerzen beim „stuhlen“ oder analem Juckreiz sind Hämorrhoiden  oder Verletzungen des Afters.

Es kann aber auch durch gutartige Geschwülste der Darmwand (Polypen) oder Darmkrebs zu Blutabgang kommen. Diese beiden Ursachen können bis auf die Blutung, die oft auch erst nicht gesehen wird (okkultes Blut), völlig asymptomatisch sein. Mit der Zeit entsteht jedoch durch den allmählichen Blutverlust eine Blutarmut mit allgemeiner Schwäche, Blässe und beim Tumor auch B-Symptomatik (Fieber, Gewichtsverlust, Nachtschweiß [=starkes, nächtliches Schwitzen, sodass das Nachthemd gewechselt werden muss]).

Entzündliche Veränderungen wie eine Divertikulitis (Entzündung von Aussackungen der Darmwand), oder eine Colitis ulcerosa (chronische Entzündung der Darmschleimhaut mit bisher unbekannter Ursache) können ebenfalls zu Blutungen führen. Bei beiden Krankheiten kommt jedoch neben den Blutungen noch krampfartige Schmerzen des Bauchs und wiederkehrende Durchfälle hinzu. In diesem Fall wäre ebenfalls eine Darmspiegelung notwendig, um die Diagnose zu stellen und eine mögliche Therapie einzuleiten.

Zusammenfassung

Blut im Stuhl kann sich in 3 Formen zeigen:

  • Schwarzer Stuhl (Blutung im Magen oder der Speiseröhre)
  • Helle Blutauflagerung im Stuhl (frische Blutungen im Dickdarm, Enddarm oder im Anus)
  • Nicht sichbares Blut (=okkultes Blut)

Sollten Sie Blut im Stuhl bemerken und Sie leider nicht an Hämorrhoiden, sollten sie den Arzt aufsuchen damit diesbezüglich Ursachenforschung betrieben werden kann, da potentielle Ursachen durch Medikamente oder Operationen bekämpft werden können und Komplikationen vermieden werden.

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